Jahresbericht AFC Winterthur Warriors 2025
In sportlicher Hinsicht kann das Jahr 2025 als zufriedenstellend bis gut taxiert werden – jedenfalls was die Seniors in Flag und Tackle betrifft.
Im Flag gelang dem neu formierten NLC Team eine ansprechende Saison, wobei ohne den verletzungsbedingten Ausfall einiger wichtiger Spielenden noch einiges mehr drin gelegen wäre. Die Highlights setzten die beiden NLB-Teams. Die Golden-Ager bewiesen, dass man nicht auf die Prognosen von externen «Experten» abstellen kann: sie mischten die Liga auf und verpassten schliesslich die Playoffs nur gerade um 2 Punkte. Noch besser machte es das Team One, das praktisch von Saisonbeginn weg durchmarschierte und schliesslich verdient den Aufstieg in die NLA schaffte. Schon fast normal erfolgreich war auch die Saison der Ladies, die zum vierten Mal hintereinander im Final standen, diesmal jedoch den ASVZ Nightbirds unterlagen. Die Belastung durch die EM, an der der grösste Teil der Nationalmannschaft von Warriors-Ladies gestellt wurde, und vielleicht auch eine etwas zu grosse Selbstsicherheit führten dazu, dass nicht wie in den Vorjahren im Final das ganze Potenzial abgerufen werden konnte.
Das Training hat sich durch den Beizug von Timo Hager als «Drill-Coach» markant verbessert. Dass ein Tackle-NLA-Spieler (und späterer Flag-National-Spieler) in dieser Funktion zum Einsatz kam, zeigt vielleicht auch, dass Flag und Tackle bei den Warriors näher zusammengerückt sind.
Die Meisterschaft im Tackle NLA verlief grundsätzlich erfreulich. Ohne eine überflüssige und kaum nachvollziehbare Niederlage in St.Gallen oder eine ebenfalls wenig zwingende Niederlage in Thun hätte man die Playoffs erreicht. So blieb der undankbare 5. Rang. Die Teamleistung war gegenüber den Vorjahren klar verbessert, die entsprechenden Massnahmen des Coachingstaffs und der Beizug von Paola Fisch wirkten sich positiv aus. Dazu kam eine hervorragende Leistung des Rookies Loris Lenzlinger als Quarterback. Die Saison in Schwäbisch Hall hat ihn zu einem Spielmacher geformt, der einen US-QB nie vermissen liess. Viel zum guten Abschneiden trugen auch die Zuzüge aus den U19 bei, die infolge des bedauerlichen Rückzugs des U19-Teams in der NLA antraten. Alle Spieler lieferten echt ab und wurden z.T. gar direkt zu Startern. Sogar der erst 17-jährige QB Finn Bühler kam zu seinem NLA-Debut und zeigte eine erfreuliche Leistung.
Ich bedanke mich bei allen Coaches und Teammanagern ganz herzlich für ihren Einsatz und die vielen Extrameilen, die sie in diesem Jahr wieder gegangen sind.
Leider war 2025 ein schwarzes Jahr für unseren Nachwuchs. Die Schwierigkeiten aus dem Vorjahr setzten sich fort. Zuerst mussten wir im Februar die U19 wegen zu wenig Spielern aus der Meisterschaft zurückziehen. Kurzfristige Rückzüge sowie das unerwartete Scheitern von eigentlich erfolgversprechenden Gesprächen mit Nachbarclubs liessen das Kader auf gerade mal 13 Akteure sinken. Zum Glück konnten alle entweder in der NLA oder im Flag eingesetzt werden. Auch bei den U16 war es eine Saison zum Vergessen. Im Flag spielte man noch einigermassen mit, erreichte jedoch die Playoffs nicht, und im Tackle setzte es durchwegs hohe Niederlagen ab. Auch die U13 Flag blieben ohne Punktegewinn, doch lag es hier primär daran, dass sie durchwegs gegen ältere Teams antreten mussten, denen sie nicht nur taktisch, sondern primär auch physisch krass unterlegen waren.
Auf die Nachwuchsarbeit in allen Stufen ist künftig ein Schwergewicht zu legen. Dafür ist einerseits bei der Gewinnung von neuen Spielenden, aber auch beim Coaching anzusetzen. Anderen Vereinen gelingt es offenbar besser aktive oder gerade zurücktretende Spielende für diese Aufgabe zu gewinnen.
Eine weitere Hiobsbotschaft traf im Laufe des Sommers ein: die Tackle Ladies beschlossen sich aufzulösen. Die Entwicklung von Frauen-Football in der Schweiz kam nie richtig voran. Es bestanden mal 3, seit längerem aber nur noch 2 Teams, die sich mangels heimischem Spielbetrieb Teams in Deutschland oder Oesterreich anschlossen. Für ihre Spiele reisten unsere Ladies also jedesmal nach Kempten oder noch weiter um mit den Allgäu Comets anzutreten. Obwohl die Gründungscoaches Patrick Feller und Oliver Baggenstoss und später auch Rafael Weidmann mit viel Herzblut einsetzten, war die Fluktuation im Team seit Jahren verständlicherweise gross. Es gab zwar eine Kerngruppe um Regy Meier und Alexandra Fahrner, aber das Gesamtgerüst des Teams konnte sich nie richtig festigen. Nachdem dieses Jahr jeweils noch 6-7 Unentwegte im Training waren, kam der Entschluss den Betrieb einzustellen nicht ganz unerwartet. Er ist zwar sehr bedauerlich, aber auch verständlich. Die Warriors bedanken sich bei den Ladies und dem Coachingstaff für ihren Einsatz auch für den Verein und hoffen, viele von ihnen weiterhin an den Spielen auf dem Deutweg anzutreffen.
Auch dieses Jahr konnten wir das Niveau unserer Gamedays halten. Das Spiel auf der Schützenwiese war wiederum ein grosser Erfolg mit einem für Footballverhältnisse grossen Besucheraufmarsch. Herzlichen Dank dem Gameday Manager Marc Engler, Petra Weber und Silvia Wehrli vom Merch-Team und dem Stream-Team unter der Leitung von Manuel Aeberli. Euer Einsatz ist für die Warriors ist grossartig und wird ausserordentlich geschätzt!
Der Vorstand tagte auch dieses Jahr 10 mal. Ich bedanke mich bei meinen Kolleginnen und Kollegen für die wie immer tolle Zusammenarbeit. Ohne sie würde die Maschine Warriors nicht so geölt laufen. Der grösste Teil der Arbeiten wie Rechnungswesen, Administration, Koordination der medizinischen Unterstützung, Platzorganisation, Reisedisposition, Organisation und Betreuung der Imports, Akquisition und Betreuung der Sponsoren, etc. klappte wie in den Vorjahren pannenfrei. Leider war jedoch der Rücktritt von Manuel Aeberli als Kommunikationschef massiv spürbar. Trotz einer Vielzahl von Aufrufen und Gesprächen fand sich niemand, der die Aussendarstellung des Vereins übernehmen wollte. Die Warriors fanden deshalb in der Presse und leider auch in den Social Media kaum mehr statt. Vielleicht ist das auch ein Grund für die Schwierigkeiten in der Rekrutierung neuer Junioren.
Generell muss leider festgestellt werden, dass sich die Bestrebungen hinter der Neustrukturierung des Vereins, nämlich die Arbeitslast auf mehr Schultern zu verteilen, nicht ausgewirkt haben. Trotz vorhandenen Stellenprofilen inkl. Belastungsangaben, trotz x Aufrufen per Mail, WhatsApp und Ansprachen in Trainings blieben Schlüsselressorts wie Infrastruktur, Social Media und Kommunikation unbesetzt und mussten soweit möglich von den bestehenden Vorstandsmitgliedern abgedeckt werden. Auch für die bereits im Februar kommunizierten Rücktritte des Präsidenten und des Wettkampfbeauftragten Tackle konnte erst im Oktober bzw. noch gar kein Nachfolger gefunden werden.
Finanziell schlossen wir das Jahr mit einer roten Null ab, was wesentlich unter dem budgetierten Verlust liegt. Grund dafür ist massgeblich der Rückzug der U19 sowie die Tatsache, dass verschiedene budgetierte Massnahmen wie z.B. Camps nicht realisiert wurden.
Wie bereits erwähnt tritt Lorenzo Biasio nach vielen Jahren aus dem Vorstand zurück. Er war noch während seiner aktiven Zeit als Spieler bereits im Vorstand tätig und amtete damals auch als Präsident, bevor er sich aus diesem Gremium verabschiedete. Glücklicherweise konnte ich ihn vor 8 Jahren wieder für eine Mitarbeit gewinnen und er engagierte sich zuerst als Chef Tackle und danach als Beauftragter Wettkampf Tackle. In dieser Funktion stellte er nicht nur die Spieleinladungen, sondern auch die gesamte Betreuung der Imports sicher. Vor allem schätzten wir aber auch seine erfahrenen und kritisch-konstruktiven Inputs in der Vorstandsarbeit. Herzlichen Dank Lorenzo!
Dies ist auch der letzte Jahresbericht aus meinen Tasten. Nach zehn Jahren als Präsident ist es Zeit neuen Kräften Platz zu machen. Sportlich konnten wir unser Ziel, uns im Tackle unter den Top 3 der NLA festzusetzen leider nicht erreichen. Damit war meist in den Playoffs mit dem Spiel gegen den nachmaligen Meister Endstation. Auf der anderen Seite sind wir jedoch fix in der NLA etabliert und landeten nie auf dem letzten Rang. Im Flag konnten wir in dieser Zeit einen gewaltigen Aufschwung verzeichnen, der mit Meisterinnentiteln, einer Vertretung in allen Ligen und einem ungebrochenen Zuzug an Spielenden verbunden war. Mit Befriedigung kann ich auch feststellen, dass der Verein gut aufgestellt und strukturiert und vor allem auch finanziell bestens ausgestattet übergeben werden kann.
Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen, die mich dabei unterstützt haben.
Leider gelang es während der letzten 6 Jahre nicht, sämtliche Vorstandspositionen zu besetzen, weshalb Vieles vom Präsidenten erledigt werden musste. Das Entwickeln von längerfristigen Strategien und v.a. auch die Umsetzung solcher Initiativen blieben deshalb meist im Tagesgeschäft stecken. Ich wünsche deshalb meinen Nachfolgern, dass es ihnen gelingt, rasch ein schlagkräftiges Team zu bilden, das den Verein in die Zukunft führt.
We are strong– we are tough – we are Warriors !
Diether Kuhn
Präsident


