Manuel Aeberli

Manuel Aeberli

Niederlage zum Saisonabschluss

Die Winterthur Warriors verlieren das letzte Saisonspiel auswärts in Basel mit 21:49. Aufgrund der Tabellensituation eine verschmerzbare Niederlage – jedoch eine sehr schmerzhafte Niederlage aus spielerischer und auch persönlicher Sicht.

Die Warriors hatten dieses Spiel während den ersten beiden Viertel voll im Griff. Die Offense rollte, die Defense konnte die Basler mehrfach stoppen. Rund drei Minuten vor der Halbzeit lagen die Warriors noch mit 21:7 in Führung. Möglicherweise war es ein verunglückter Snap, der das Spiel kippen liess. Die Rückgabe des Balls zum Punter segelte über den Punter in die Endzone und konnte erst im letzten Moment gekickt werden. Gleichzeitig wurde der Kicker vom Basler Verteidiger hart angegangen, worauf der Ball nicht weit genug weg kam. Weshalb aber der Angriff auf den Kicker von den sehr stark geforderten Schiedsrichtern nicht geahndet wurde, konnte am Sonntagabend nur teilweise geklärt werden. Die Analyse der Videobilder dürfte sicher mehr Aufschluss geben inwiefern der Basler den Ball tatsächlich vor dem Punter getroffen hat.

Die Gladiators gelangten dadurch in eine sehr gute Feldposition und konnten den Anschlusstouchdown erzielen. Und mit rund 2 Minuten auf der Uhr mussten die Warriors den Ball noch einmal abgeben. Auch diesen Ballbesitz konnten die Gladiators für weitere Punkte nutzen und den Ausgleich erzielen.

Noch bevor die Teams aber in die Pause konnten, verletzte sich der Winterthurer Quarterback schwer am rechten Knie. Andrew Matthews war in Richtung Basler Endzone unterwegs und wurde rund 50cm vor der Pylone getackelt. Matthews blieb mit starken Schmerzen liegen, die Situation zwischen den Spielern auf dem Feld drohte ausser Kontrolle zu geraten und es brauchte einige Anstrengungen seitens Schiedsrichtern und Offiziellen um die Situation zu de-eskalieren.

Matthews musste lange behandelt werden, konnte aber mangels Ausrüstung des Platzarztes nicht abtransportiert werden. Dank der Winterthurer Physiotherapeutin wurde der Spieler bis zum Eintreffen der Ambulanz stabilisiert. Leider wurde einmal mehr deutlich, dass nicht alle Football-Organisationen gleich viel Wert auf die Sicherheit und Versorgung der Sportler legen. Am späten Montagnachmittag kam dann leider die Bestätigung: Kreuzband gerissen und Meniskus geschädigt. 

Das Winterthurer Team war aufgrund der Verletzung des Spielmachers gezwungen umzustellen. An die Stelle von Matthews rückte Leroy Rümmeli, der einige starke Läufe zeigen konnte. Weil auch Leon Simioni bereits in der ersten Halbzeit verletzt vom Feld musste, verringerten sich die Optionen für den Winterthurer Angriff weiter. Basel nutzte die gebotenen Opportunitäten und entschied das Spiel schon bald für die Gladiators.

Die Winterthurer Nummer 9, Jan-Earl Beekhuis, musste das Feld aufgrund einer unfairen Aktion frühzeitig verlassen. Je länger das Spiel dauerte, desto mehr Fouls wurden begangen. Ein Basler Spieler alleine kassierte einen Drittel aller Strafyards der Gastgeber – dass er auf dem Feld bleiben durfte, war nach Regelbuch in Ordnung – aus Coaching-Sicht aber nicht nachvollziehbar. Die Undiszipliniertheit der Gladiators mündete zuletzt sogar in einer Verwarnung an die Sideline der Gastgeber. Gut für alle Beteiligten, war das Spiel bald beendet.

Der Winterthurer Offensive Coordinator Justin Fisch nahm sein Team zusammen, forderte seine Spieler auf nicht auf die Provokationen der Gladiators einzugehen und das Spiel ohne weitere Zwischenfälle zu beenden. Und so wurde es auch umgesetzt.

Die Warriors verlieren damit das letzte Spiel einer enttäuschenden Saison und gehen mit zwei Siegen bei acht Niederlagen in die Sommerpause bis dann das Off-Season Training beginnt. Das Ziel Playoff-Qualifikation verpasste man klar und man darf mit dem 6. Schlussrang sicher nicht zufrieden sein.

Bilder: Sergio Brunetti

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